Sanierungspraxiszentrum · Interreg Italia–Österreich · 2026–2028

Der Bestand ist die Zukunft des Bauens.

RenewLab richtet drei Sanierungspraxiszentren in Südtirol, Tirol und Venetien ein – reale Orte, an denen Naturbaustoffe erprobt, Sanierungen dokumentiert und Fachleute geschult werden.

Ausgebaute alte Fenster und eine Holztür, an einer Wand aufgereiht
Wiederverwendete Fenster und Türen, Palazzina Tagliamento, Schlanders · Foto: BASIS
3
Sanierungspraxiszentren in Schlanders, Obertilliach und Calalzo di Cadore
7
Projektpartner aus vier Regionen: Südtirol, Tirol, Salzburg, Venetien
17
Schulungs- und Sensibilisierungsformate mit über 100 Teilnehmenden
1,04Mio €
Gesamtbudget, davon 743.266 € EFRE-Mittel der Europäischen Union
Worum es geht

Sanieren lernen – vor Ort, mit dem, was da ist.

Der Gebäudesektor verursacht rund 35 % der energiebedingten Emissionen in der EU und einen Großteil des Bau- und Abbruchabfalls. Gleichzeitig stehen im Alpenraum immer mehr Gebäude leer. RenewLab setzt genau dort an.

Atelierraum in der ehemaligen Kaserne mit unverputzten Wänden und alten Fenstern
Bestand in der Palazzina Tagliamento · Foto: BASIS

Aufbauend auf den Interreg-Projekten SHELTER und SUSMAT entstehen in leerstehenden Gebäuden drei Sanierungspraxiszentren. Sie sind Werkstatt, Demonstrationsraum und Lernort zugleich.

Dort werden biobasierte und rezyklierte Baustoffe aus der SUSMAT-Materialdatenbank unter realen Bedingungen eingebaut, bauphysikalisch vermessen und mit konventionellen Lösungen verglichen – ökologisch (LCA) wie wirtschaftlich (LCC). Was funktioniert, wird in Schulungen, Leitfäden und Videos übersetzt.

Das Projekt läuft von Jänner 2026 bis März 2028 und wird von BASIS Vinschgau Venosta als Lead Partner koordiniert. Es trägt zu den Zielen des European Green Deal, der Renovation Wave, der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und des New European Bauhaus bei.

01

Kreislaufwirtschaft

Wiederverwendung, Design for Disassembly und Sekundärbaustoffe statt Abriss und Neubau. Graue Energie bleibt erhalten, Flächen bleiben unversiegelt.

02

Naturbaustoffe

Holz, Lehm, Hanf, Kalk – lokal verfügbar, emissionsarm und denkmalverträglich. Erprobt, gemessen, dokumentiert.

03

Fachkräfte

Praxisnahe Weiterbildung für Handwerk, Planung, Verwaltung und Berufsschulen gegen den Fachkräftemangel im Bau- und Sanierungssektor.

Womit gebaut wird

Material, das die Region schon hat.

Die Auswahl kommt aus der Materialdatenbank des Vorgängerprojekts SUSMAT. In den Zentren wird sie eingebaut, vermessen und mit konventionellen Lösungen verglichen.

Stampflehmwand mit sichtbaren Erdschichten
LehmReguliert Feuchte, ist rückbaubar und stammt oft vom Ort selbst.
Gestapelte Altholzbalken in einer Werkstatt
HolzTrägt, dämmt und speichert Kohlenstoff. Altholz wird wiederverwendet.
Strohballen werden in eine Holzrahmenwand eingesetzt
StrohDämmstoff aus einem Nebenprodukt der Landwirtschaft, regional verfügbar.
Hanfkalksteine auf einer Werkbank neben einer Hanfpflanze
HanfkalkDiffusionsoffen und schimmelresistent, gut für historische Wände.
Trockenmauerwerk aus Naturstein an einem alten Gebäude
NatursteinVorhandenes Mauerwerk bleibt erhalten statt ersetzt zu werden.
Sortierplatz für Bauabfälle mit gestapelten Balken und Ziegeln
SekundärbaustoffeBauteile aus dem Rückbau: geprüft, sortiert, erneut verbaut.

Welche Materialien tatsächlich zum Einsatz kommen, entscheidet sich je Standort in Arbeitspaket 3 – abhängig von Bausubstanz, Denkmalschutz und regionaler Verfügbarkeit.

Drei Orte, ein Labor

Die Sanierungspraxiszentren

Drei leerstehende Gebäude in drei Regionen werden zu dauerhaften Orten für Erprobung, Schulung und Austausch – über die Grenze hinweg vernetzt und über das Projektende hinaus betrieben.

Raum in der Palazzina Tagliamento mit altem Kastenfenster und Rohputz
Palazzina Tagliamento · Foto: BASIS

Schlanders

Südtirol · IT

Ehemalige Drusus-Kaserne, Tagliamento-Gebäude · ca. 200 m² · betrieben von BASIS Vinschgau Venosta

Räume in der Kreativwerkstatt der Kaserne werden mit biobasierten Dämmstoffen, neuen Fenstern und Türen und einer Teilsanierung des Dachs zum Praxiszentrum umgebaut – mitten im aktiven Zentrum für Kultur, Bildung und soziale Innovation.

Natursteinmauerwerk an einem alten Wirtschaftsgebäude
Platzhalter · Bild aus dem Projekt LocLab

Obertilliach

Tirol · AT

Wirtschaftsgebäude aus dem 17. Jahrhundert · ca. 300 m² · Raumschmiede ZT GmbH

Das Erdgeschoss mit Natursteinmauerwerk, früher als Stall genutzt, wird mit regionalen Materialien und traditionellen Handwerkstechniken zum Sanierungspraxiszentrum hergerichtet. Die Raumschmiede koordiniert zudem den Austausch zwischen den drei Standorten.

Gruppe an einem Arbeitstisch mit Plänen und Baumodellen
Platzhalter · Bild aus dem Projekt LocLab

Calalzo di Cadore

Venetien · IT

Ehemalige Berufsschule · Gemeinde Calalzo di Cadore · betreut von Confartigianato Belluno

Erdgeschoss und Außenflächen der stillgelegten Schule werden zu einem Trainingslabor für Schulungen mit Handwerksbetrieben, Studierenden und Fachleuten der Provinz Belluno.

Vom Hemmnis zur Praxis

Vier Arbeitspakete, ein Weg.

Warum werden Naturbaustoffe nicht längst überall eingesetzt? RenewLab beginnt mit dieser Frage – und endet mit gebauten Antworten und Menschen, die sie weitertragen.

Messtechnik und Laptop bei der bauphysikalischen Überwachung einer Sanierung
Platzhalter · Bild aus dem Projekt LocLab
  1. WP 2

    Hemmnisanalyse Naturbaustoffe

    Literaturrecherche, Online-Befragung von Bauherr:innen, Planenden und Betrieben, Interviews mit Handel und Herstellern sowie das Wissen des Alt-Handwerks: Eine Gap-Analyse zeigt, was den Einsatz natürlicher Materialien bremst – und leitet daraus konkrete Aktionsfelder ab.

    ViviusEurac ResearchSIR2026
  2. WP 3

    Konzepte für die Experimente

    Ausgewählte Materialien aus der SUSMAT-Datenbank werden zu Sanierungskonzepten für die drei Zentren. Varianten werden per Lebenszyklusanalyse (LCA) und Lebenszykluskosten (LCC) bewertet, Messlayouts für das Monitoring festgelegt und die Materialdatenbank erweitert.

    Eurac ResearchViviusMaterialdatenbankLCA / LCC
  3. WP 4

    Experimente in realen Gebäuden

    Die Konzepte werden gebaut: Innen- und Außendämmung mit biobasierten Materialien, Fenster, Türen, Dach. Eurac misst Feuchte, Wärme, Luftdichtheit und Energieverbrauch. Foto- und Videodokumentation machen den Prozess nachvollziehbar – und zwei CUBO-Prototypen testen neues Wohnen im Leerstand.

    BASISRaumschmiedeConfartigianato Belluno2026–2028
  4. WP 5

    Sensibilisierung & Schulung

    Online-Schulungsreihen, Präsenztage in den Zentren, Baustellenführungen, Exkursionen, mindestens fünf Lehrvideos und ein dauerhaftes Weiterbildungsmodul mit Berufsverbänden. 2027 findet die „Woche der Innenentwicklung“ in Südtirol statt.

    Plattform Landalle Partnerab 2026
Heller Innenraum mit Holzwänden und großen Fenstern
Platzhalter · Bild aus dem Projekt LocLab
Wohnen im Leerstand

CUBO – ein Prototyp für leistbares Wohnen.

Demografischer Wandel, Bodenversiegelung und die Nachfrage nach bezahlbarem, flexiblem Wohnraum treffen auf leerstehende Gebäude. Der CUBO ist eine modulare Wohneinheit aus Naturbaustoffen, die in ungenutzte Räume eingesetzt wird – als Raum im Raum.

BASIS und die Raumschmiede bauen zwei Prototypen in zwei unterschiedlichen Situationen: einem Dachboden und einem ehemaligen Schlafsaal. Verglichen werden Materialien, Kosten und Anpassungsfähigkeit. Der CUBO dient zugleich als Living Lab für Artists in Residence, temporäres Wohnen und gemeinschaftliche Nutzungen.

  • Prototypen2 · Schlanders und Obertilliach
  • FertigstellungEnde 2027
  • NutzungCo-Living, Residencies, Demonstration
Schulungen & Formate

Wissen, das auf der Baustelle ankommt.

Für Bauunternehmen, Architektur, Handwerk, Planung und Verwaltung, für Schüler:innen und angehende Fachkräfte – und für private Bauleute, die vor einer Sanierung stehen.

4

Online-Schulungsreihen

Je zwei Reihen 2026 und 2027 mit insgesamt vier Modulen auf Deutsch und Italienisch: Naturbaustoffe, Energieeffizienz, Recht, Förderungen.

6

Praxisschulungen vor Ort

Je zwei Schulungen pro Zentrum, dazu jährlich ein Präsenztag mit Baustellenführungen und Praxisworkshops.

5

Exkursionen

Drei zwischen den Zentren – eine als gemeinsame Abschlussexkursion – und zwei zu Modellprojekten außerhalb des Programmgebiets.

5+

Lehrvideos

Kurze, thematisch fokussierte Videos zur Anwendung nachhaltiger Materialien in der Sanierung – dauerhaft als digitales Lernangebot verfügbar.

Ein dauerhaftes Weiterbildungsmodul entsteht ab 2027/28 gemeinsam mit lvh, Architektenkammer, Baukollegium und der KlimaHaus-Agentur – und bleibt nach Projektende im Angebot.

Ergänzend informiert ein jährliches Online-Austauschformat mit den Landesverwaltungen über Neuerungen und Fördermöglichkeiten. Die „Woche der Innenentwicklung“ 2027 in Südtirol öffnet die Zentren für die breite Öffentlichkeit.

Termine erhalten →
Workshopgruppe mischt Lehm an einem Arbeitstisch im Freien
Platzhalter · Bild aus dem Projekt LocLab
Partnerschaft

Sieben Partner, vier Regionen, eine Grenze.

Forschung, Handwerk, Planung, Raumordnung und Bildung arbeiten in RenewLab zusammen – viele davon bereits seit SHELTER und SUSMAT.

Assoziierte Partner
  • Agenzia per l'Alto Adige – CasaClima / KlimaHaus
  • Regione del Veneto – Direzione Pianificazione Territoriale
  • Camera di Commercio di Treviso – Belluno
Aktuelles

Was gerade passiert.

Projektstart RenewLab

Die sieben Partner nehmen die Arbeit auf. Erste Schritte: Kommunikationsstrategie, Detailplanung und die Vorbereitung der Hemmnisanalyse.

Grenzüberschreitender Online-Auftakt

Eine gemeinsame Online-Veranstaltung für Österreich und Italien bettet das Projekt fachlich ein und setzt erste Vernetzungsimpulse. Termin folgt.

Ergebnisse der Hemmnisanalyse

Der Bericht zur Frage, warum Naturbaustoffe nicht häufiger eingesetzt werden, erscheint hier – mit Aktionsfeldern für Praxis, Handel und Politik.

Kontakt

Mitmachen, besuchen, fragen.

Betriebe, Planer:innen, Gemeinden und Schulen, die Materialien testen, an Schulungen teilnehmen oder die Zentren besichtigen möchten, sind willkommen.

BASIS Vinschgau Venosta · Lead Partner
Gerichtsstraße 2 · 39028 Schlanders · Südtirol
Projektleitung: Luca Dapra
ld@basis.space